Willy Gisin (94) wurde eine Begabung mit auf den Lebensweg gegeben, die ihn bis heute fasziniert, beschäftigt und oft auch die Zeit vergessen lässt: er malt.

Schon als Schulbub hat der in Basel-Stadt geborene und aufgewachsene Willy Gisin seine Liebe zu Pinsel und Farben entdeckt. Die Lehre zum Dessinateur in der Seidenbandfabrik Seiler, in Gelterkinden, und die Kurse an der Basler Gewerbeschule waren für ihn ein logischer Schritt: hier professionalisierte er seine natürliche Begabung. Einige seiner auf Seidenbändern eingewobenen und wie zart hingetupft wirkenden Blumen, vorwiegend Rosen, sind während einer vielbeachteten Ausstellung über die leider nicht mehr existierende Baselbieter Textilindustrie vor ein paar Jahren im Museum in Liestal (BL) gezeigt worden.

Parallel zum beruflichen Entwerfen von Mustern hat Willy Gisin sich immer auch auf Leinwand und Papier ausgedrückt. Aquarelle, beispielsweise mit historischen Stadtwinkeln in Basel, Paris oder Venedig, Landschaftsbilder aus dem Jura, der Provence oder der Nordseeinsel Amrum reihen sich ein in die für ihn immer wieder wichtigen Episoden der abstrakten Tempera-Malerei, die Erinnerungen wachrufen an Picasso genauso wie an Klee und dabei doch immer kraftvolle, unverwechselbare „Gisin“ sind. Diese Einzigartgkeit gilt insbesondere für die Serien mit stilisierten Instrumenten oder den an Kathedralen erinnernden Arbeiten.

Austellungen in Basel – Galerie Tobias Loeffel, Bethesdaspital, Gellertkirche – zeigten dem jeweils erstaunten Publikum die Vielfalt seiner Schaffenskraft, die Breite seines Vermögens sich künstlerisch auszudrücken. In Lenzburg wird er ab 1. Juli 2015 ausschliesslich mit modernen Werken zu Gast sein. Der anlässlich der sechs Monate dauernden Verkaufsaustellung in der Hypothekarbank Lenzburg erzielte Erlös soll, so ist es der ausrückliche Wunsch von Willy Gisin, vollumfänglich an die Pfarrstelle der St. Jakobs-Kirche in Basel gehen.

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